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SEO

PageSpeed & Core Web Vitals: Warum deine Website schnell sein muss

Raman Hariri 5 Min. Lesezeit

Meine Website lädt doch schnell genug — oder?

Das höre ich oft. Und meistens stimmt es nicht.

Das Problem ist: Wir testen unsere eigene Website immer mit einem schnellen Laptop, einem guten WLAN und einem Browser, der alles schon gecacht hat. Natürlich lädt das schnell.

Aber dein Kunde in Brandenburg öffnet deine Seite auf seinem Smartphone, unterwegs, mit mittelprächtigem Empfang. Und wartet. Und wartet. Und ist nach drei Sekunden schon weg.

Genau das misst Google. Nicht wie schnell deine Seite bei dir lädt — sondern wie schnell sie bei echten Nutzern lädt.

Was ist PageSpeed überhaupt

PageSpeed ist kein einzelner Wert. Es ist ein Sammelbegriff für die Ladegeschwindigkeit deiner Website, gemessen aus der Sicht des Nutzers.

Google hat dafür ein kostenloses Tool: PageSpeed Insights. Du gibst deine URL ein, und bekommst eine Bewertung von 0 bis 100 — getrennt für Desktop und Mobil. Unter 50 ist rot, 50–89 ist orange, ab 90 ist grün.

Die meisten Websites, die ich mir anschaue, landen auf Mobil irgendwo zwischen 40 und 65. Das klingt nach Mittelfeld — ist aber aus SEO-Sicht ein echtes Problem.

Core Web Vitals — die drei Werte die Google bewertet

Hinter dem PageSpeed-Score stecken drei konkrete Messungen. Google nennt sie Core Web Vitals. Seit 2021 fließen sie direkt ins Google-Ranking ein.

LCP — wie schnell lädt der wichtigste Inhalt

LCP steht für Largest Contentful Paint. Auf Deutsch: Wann erscheint das größte Element auf dem Bildschirm — meistens ein Bild oder eine große Überschrift.

Google sagt: unter 2,5 Sekunden ist gut. Über 4 Sekunden ist schlecht.

Was LCP verlangsamt? Meistens große Bilder die nicht optimiert sind. Ein Foto das 3 MB groß ist, hat auf einer Website nichts verloren. Dasselbe Bild als WebP, richtig komprimiert, wiegt vielleicht 80 KB — und lädt 10-mal schneller.

INP — wie schnell reagiert die Seite auf Klicks

INP steht für Interaction to Next Paint. Das misst, wie schnell deine Seite reagiert wenn jemand auf einen Button klickt oder ein Menü aufmacht.

Unter 200 Millisekunden gilt als gut. Alles darüber fühlt sich für den Nutzer träge an — auch wenn er es vielleicht nicht bewusst bemerkt.

Zu viel JavaScript das beim Laden ausgeführt wird, ist hier der häufigste Übeltäter.

CLS — springt die Seite beim Laden

CLS steht für Cumulative Layout Shift. Das misst, wie stark sich deine Seite noch verschiebt während sie lädt.

Kennst du das? Du willst auf einen Button klicken, und in dem Moment lädt noch ein Bild nach, alles rutscht nach unten, und du klickst auf etwas komplett anderes. Das ist schlechter CLS.

Google will einen Wert unter 0,1. Bilder ohne feste Größenangaben im Code sind meistens der Grund wenn dieser Wert schlecht ist.

Warum das für dein Ranking wichtig ist

Google verwendet diese drei Werte als Rankingfaktor. Zwei Seiten mit ähnlichem Inhalt — die schnellere gewinnt.

Dazu kommt: Menschen verlassen langsame Seiten. Laut Google steigt die Absprungrate um 32%, wenn eine Seite statt einer Sekunde drei Sekunden lädt. Bei fünf Sekunden sind es bereits 90%.

Das bedeutet: Selbst wenn du gut rankst, verlierst du Besucher bevor sie überhaupt lesen was du anbietest.

Die häufigsten Ursachen für schlechte Werte

In meiner täglichen Arbeit sehe ich immer wieder dieselben Probleme:

Bilder die zu groß sind. Das ist mit Abstand das häufigste Problem. Fotos direkt von der Kamera oder aus Canva exportiert, ohne Komprimierung auf die Website geladen. Ein einziges solches Bild kann den LCP auf 5-6 Sekunden drücken.

Videos die sofort laden. Ein Hintergrundvideo sieht gut aus, kostet aber enorm viel Ladezeit — besonders auf dem Smartphone. Auf mobilen Geräten sollte man Videos entweder gar nicht zeigen, oder zumindest erst dann laden wenn der Nutzer scrollt.

Schriftarten die nicht optimiert sind. Variable Fonts sind praktisch für Entwickler, aber sie können 100 KB und mehr wiegen. Für eine deutsche Website braucht man davon einen Bruchteil — der Rest ist unnötiges Gewicht.

Zu viel JavaScript. Jedes Plugin, jedes externe Tool, jeder Tracking-Code lädt JavaScript nach. Wenn all das auf einmal ausgeführt wird bevor die Seite sichtbar ist, wartet der Nutzer.

Was du heute noch prüfen kannst

Geh auf pagespeed.web.dev, gib deine URL ein, und schau dir den mobilen Score an.

Unter dem Score findest du eine Liste mit konkreten Verbesserungsvorschlägen. Dort steht meistens genau was das größte Problem ist — und wie viel Zeit du damit sparen würdest.

Die wichtigsten Punkte aus dieser Liste:

  • Bilder im richtigen Format — WebP statt JPG oder PNG
  • Bilder in der richtigen Größe — nie größer als sie angezeigt werden
  • Text bleibt sichtbar während Schriften ladenfont-display: swap in deinem CSS
  • Render-blockierende Ressourcen entfernen — CSS und JS die das erste Anzeigen verzögern

Ein Wort zu WordPress

Viele WordPress-Seiten haben schlechte PageSpeed-Werte. Aber das liegt selten an WordPress selbst — es liegt an der Art wie es eingesetzt wird.

Fertigen Themes kaufen, 20 Plugins installieren, Page Builder draufpacken — das summiert sich. Am Ende lädt die Seite 4 MB JavaScript bevor der Nutzer auch nur eine Zeile Text sieht.

Wir bauen WordPress-Themes von Grund auf selbst. Kein Page Builder, kein aufgeblähtes Starter-Theme, nur der Code den die Seite wirklich braucht. Der Unterschied in den PageSpeed-Werten ist meistens sofort sichtbar — oft der Sprung von 55 auf 90 und mehr.

WordPress kann schnell sein. Es kommt darauf an wie man es baut.

Fazit

PageSpeed und Core Web Vitals sind keine technischen Details für Entwickler. Sie sind direkt messbare Faktoren die bestimmen ob deine Website in Google gefunden wird — und ob Besucher bleiben oder sofort wieder gehen.

Die gute Nachricht: Die häufigsten Probleme sind bekannt und lösbar. Meistens sind es Bilder, Schriftarten und zu viel JavaScript. Wer dort anfängt, hat den größten Hebel.

Du möchtest wissen wie deine Website aktuell dasteht? Schreib uns — wir schauen gemeinsam drauf, kostenlos und ohne Verpflichtung.

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